In einem schummrigen Raum, erfüllt vom Duft alten Holzes und einem Hauch kühlen, dunstigen Rauchs, sitzt ein alter Mann. Sein Gesicht, gezeichnet von den Furchen der Zeit, wirkt nachdenklich, fast entrückt.
Sein Blick ist verloren, als er durch ein Fenster starrt. Das flackernde Licht des Kamins zeichnet den Rahmen das Fenster ab. Eine Tabakpfeife hängt in seinem Mund, der Dunst kräuselt sich träge in der Luft.
Seine Gedanken sind auf eine lange Reise gegangen, eine Wanderung durch die Ströme der Zeit. Verblassten Triumphe und Erinnerungen an eine lebendige Vergangenheit, die nun in Trümmern liegt.
Das Schmauchen, einst ein Trost in seinen Momenten der Reue und des Nachdenkens, bringt ihm heute weniger Frieden als früher. Er sinnt über die Jahre nach, die Müdigkeit des Lebens und die Flüchtigkeit aller Dinge. Das Handstück der Pfeife mit seiner marmorierten Maserung, fühlt sich nun hohl an. Als hätte es seine Macht über ihn verloren.
In diesem Augenblick sucht er die Einfachheit von einst – eine Auszeit von der Bürde der Zeit und den Unsicherheiten der Existenz.
Doch in seinen Gedanken liegt ein tieferer Kern, die Ahnung, dass die Vergangenheit eine Macht besitzt, eine Kraft, die man nicht so einfach loslassen kann.
Tristan stand mitten auf dem belebten Trafalgar Square. Die Nelsonsäule thronte über der Menge aus Touristen und Einheimischen, das Rauschen des Verkehrs vermischte sich mit Kinderlachen und dem Geplänkel von Straßenkünstlern. Er blickte kurz zur majestätischen National Gallery, wandte sich dann nach Norden und folgte der Charing Cross Road.
Der Strom der Passanten schob ihn an den Schaufenstern von Buchhandlungen und Theatern vorbei. Das Edith-Cavell-Memorial erinnerte an eine mutige Frau, deren Blick in die Ferne gerichtet war. Nachdem er die Straße überquert hatte, fand er sich auf der St Martin’s Lane wieder, umgeben vom pulsierenden Treiben des Theaterviertels.
Zu seiner Linken ragte das imposante London Coliseum hervor, weiter das Duke of York’s Theatre, dessen Fassade von längst vergangenen Aufführungen zu flüstern schien. Von Rot angezogen fiel sein Blick auf eine Reihe alter Telefonzellen – ein ikonisches London-Symbol. Ein Tourist posierte davor; Tristan lächelte nostalgisch, erinnerte sich an alte Telefonate und setzte seinen Weg fort.
Rechts abgebogen, verließ er die Hauptstraße und betrat eine schmale, gepflasterte Gasse. Der Lärm des Platzes wich einer fast intimen Stille – Cecil Court.